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Ab der kommenden Saison wird die Landesliga-Meisterschaft in der Steiermark mit Dreier-Mannschaften mit verpflichtendem Junior gespielt. Was unter dem Begriff Nachwuchsförderung verkauft wird, ist wohl eher das Gegenteil: Nachwuchsvernichtung!

Seit fast 20 Jahren wurde die steirische Tischtennis-Landesliga mit Vierer-Mannschaften mit verpflichtendem Nachwuchsspieler (in den ersten Jahren Jugend, seit vielen Saisonen Junioren) ausgetragen. Ab der Saison 2014/15 ändert sich das, denn der Nachwuchsspieler bleibt zwar, es wird jedoch auf Dreiermannschaften reduziert. Der Hintergrund: Auch die 2. Bundesliga wird seit zwei Jahren mit diesem System gespielt und der steirische Verband hatte schon ewig einen Grundsatzbeschluss gefasst, das Spielsystem der Landesliga immer gleich mit jenem der zweiten Bundesliga auszurichten.

Ist es sinnvoll, wegen eines irgendwann einmal (sicher aus guten Gründen) gefassten Grundsatzbeschlusses, in dieser Frage bis zum Sankt-Nimmerleinstag rationales und logisches Denken auszuschalten? Sollte das so sein, könnte man überhaupt für viele wichtige Fragen Grundsatzbeschlüsse fassen und die Jahreshauptversammlung ersatzlos streichen. Das geht nicht, weil das gegen die demokratische Grundordnung des Vereinsgesetzes ist? Mit Demokratie hat sich der Vorstand des steirischen Tischtennisverbandes schon immer ziemlich schwer getan…

Was bewirkt diese Reform für die Landesliga? Aus meiner Sicht vor allem eine zunehmende Frustrierung der Jugendspieler. Vielleicht nicht der zwei, drei besten, die haben sich immer durchgesetzt. Aber all jene Jugendlichen, die eben mit 15 Jahren noch nicht das allgemeine Niveau der Landesliga aufweisen. Das sind zirka 98 Prozent aller Jugendlichen in diesem Alter. Jene die dann hineingeworfen werden, stehen vor einer fast unüberwindlichen Wand, vor einer Herausforderung, die sie gar nicht bestehen können. Jene Erwachsenen, die bisher am ehesten zu schlagen waren, die sogenannten Nummer-3-Spieler, fallen aus der Landesliga hinaus. Wenn die neu hinzu kommenden Jugendlichen jemanden schlagen können, dann auf Anhieb also wohl nur den anderen Jugendlichen. Da sind aber besagte drei bis fünf Topspieler dabei, die bereits österreichweit vorne mitspielen. Bleiben also ungefähr fünf bis sieben Chancen auf einen Sieg. Wenn der topmotivierte, aber vielleicht nervöse und mit der neuen Situation noch nicht so vertraute Jugendliche davon die Hälfte gewinnt, hat er also drei oder vier Siege auf seinem Konto. Und wie viele Niederlagen? Rund 30. Spielverhältnis 3:30.

Denn obwohl alle im Verein sagen, gegen die Erwachsenen brauchst du nur Erfahrung sammeln, die Niederlagen tun trotzdem weh. Denn ein ums andere Mal gibt der Jugendspieler alles, um am Ende dann doch seinem Gegner gratulieren zu müssen (Was den meisten in diesem Alter ohnehin unglaublich leicht fällt. Aber das ist eine andere Geschichte). Wie viele Top-Nachwuchsspieler haben wir in den vergangenen Jahren gesehen, die daran zerbrochen sind, obwohl es sogar noch die Nummer-3-Spieler gegeben hat. Ich habe mir die Listen angesehen, es sind erschreckend viele.