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NACHRUF

Die Spielgemeinschaft Feldkirchen-Puch erfüllt die traurige Pflicht, mitzuteilen, dass der langjährige Sektionsleiter des ASV Puch Graz, Leopold Zischka, im Alter von 89 Jahren verstorben ist. Unter seiner Führung feierte Puch die größten Erfolge der Vereinsgeschichte. Wir werden ihn stets als Vorbild in Erinnerung behalten und versuchen, die Vereinsarbeit in seinem Sinne weiterzuführen. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.

Die Verabschiedung findet am Montag, 23. März, um 13.45 Uhr in der Feuerhalle am Grazer Zentralfriedhof statt.

Im Jahr 1949 wurde die Sektion Tischtennis des ASV Puch Graz gegründet. Leopold Zischka war damals schon mit dabei. Knapp zwei Jahre später übernahm er die Leitung der Sektion und führte den Verein bis in das Jahr 1976. Nach einer kurzen Auszeit war er auch danach noch als sportlicher Berater im Vorstand aktiv. In die 25 Jahre lange Amtszeit von Leopold Zischka, der im Puchwerk im Werkzeugbau gearbeitet hat, fallen die größten Erfolge der Vereinsgeschichte des ASV Puch Graz. Der Vizemeistertitel in der Staatsliga A in der Saison 1962/63 und zahlreiche österreichische Meistertitel durch Hans Plha, Gottfried Mauerhofer und Helmut Mörth sowie fast unzählige steirische Meistertitel durch diese Spieler sowie bei den Damen Ingrid Forstner (später Oberlenz) seien hier stellvertretend erwähnt.

Leopold Zischka sorgte nach dem Ende des zweiten Weltkriegs für den Aufbau des Vereins von einer reinen Hobbytruppe zu einem der führenden Tischtennisvereine in Österreich. Die ersten Tische wurden in der Werkstischlerei des Puchwerks gefertigt, nach einigen Jahren, in denen man im Speisesaal des Puchwerks spielte, durfte man in die legendäre Puch-Baracke übersiedeln, die bis zum Abriss im Jahr 2000 Heimstätte des Vereins blieb. Im Jahr 1975 wurde der große Raum vergrößert, sodass dann auf insgesamt vier Tischen gespielt werden konnte. Leopold Zischka war gemeinsam mit Trainer Fritz Steinmüller auch hauptverantwortlich dafür, dass es eine gute Nachwuchsarbeit gab und Puch laufend neue steirische Topspieler herausgebracht hat. Legendär waren die Johann-Puch-Tischtennisturniere in der Askö-Halle, bei denen es bis zu 430 Nennungen aus ganz Österreich gab. Als Siegespreise wurden damals ja auch Puch-Mopeds und Fahrräder vergeben. Leopold Zischka hatte als Funktionär auch so manchen Strauß auszufechten, etwa mit dem damaligen steirischen Verbandspräsidenten Schüssler, als es um die Zulassung der Schläger-Innovationen von Toni Hold ging.

Leopold Zischka, genannt „Poidl“, war aber auch selbst ein leidenschaftlicher Tischtennisspieler. Mir ist er als hervorragender Verteidiger in Erinnerung, der bis ins hohe Alter mehrmals wöchentlich bei unserer Seniorentruppe gespielt hat. Den Wechsel nach Feldkirchen und gesundheitliche Probleme nahm er dann zum Anlass, mit 75 Jahren als Aktiver aufzuhören. Das Vereinsgeschehen verfolgte er aber über seine Weggefährten Werner Ritz, Fritz Hascher oder Helmut Techt weiter und besuchte uns vor zwei Jahren in der neuen Halle in Feldkirchen bei einem Landesliga-Meisterschaftsspiel, wo er sich sehr über das Wiedersehen mit Helmut Schwarz freute, den er als Puch-Nachwuchsspieler unter seine Fittiche genommen hatte. Zuletzt war er bei unserer Weihnachtsfeier vor vier Monaten unser Ehrengast im Feldkirchnerhof und wir konnten noch einmal lange über alte Zeiten reden.

Als derzeit hauptverantwortlicher Funktionär und Puch-Spieler seit dem Jahr 1981 kann ich dir, lieber Poidl, versprechen, die Vereinsarbeit in deinem Sinne voranzutreiben. Ich bin mir der Verantwortung und Herausforderung bewusst, eine 66 Jahre lange Vereinstradition fortzuführen. Aber gerade jetzt, mit guter Nachwuchsarbeit und einer ersten Mannschaft, die sich wieder im Spitzenfeld der Landesliga befindet, bin ich sehr zuversichtlich, dass es mit dem ASV Puch Graz, auch wenn er sich jetzt in einer Spielgemeinschaft befindet, ganz in deinem Sinne erfolgreich weiter geht.

Für die Spielgemeinschaft Feldkirchen-Puch
Raimund Heigl