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Am Tag der Auslosung der zweiten Bundesliga eine kleine Rückschau wie schwierig sich der Weg dorthin für SFP gestaltete. Außerdem ist jetzt fix, dass auch SFP2 aufgestiegen ist – in die Landesliga!

SFP-Sportdirektor Raimund Heigl begrüßt unsere neue Nummer eins, Gregor Zaostnik.

SFP-Sportdirektor Raimund Heigl (links) begrüßt unsere neue Nummer eins, Gregor Zafostnik.

Aufstiege sind selten planbar, schon gar nicht von der Landesliga in die Bundesliga. Aber man kann Voraussetzungen schaffen. Mit der Heimholung von Tobias Scherer im Sommer 2014 begann bei SFP der Plan zu reifen, im Laufe der folgenden Jahre den Aufstieg in die zweite Bundesliga anzupeilen. Ob das dann tatsächlich so klappt, wie sich die Vereinsführung und die Spieler das vorstellen, steht dann ohnehin auf einem anderen Blatt Papier. Der Plan sah jedenfalls vor, in der ersten Saison 2014/15 vorne mitzuspielen und in der zweiten Saison 2015/16 mit einer weiter verstärkten Mannschaft, die dann auch realistische Chancen beim Aufstiegsturnier hat, anzugreifen. Doch es kam anders: Die Bundesliga wurde 2015 auf 24 Zweitligateams aufgestockt, außerdem haben zahlreiche etablierte Teams Geldprobleme und sich daher zurückgezogen. Also durften beim Aufstiegsturnier 2015 nicht nur die Meister, sondern auch die Vizemeister mitmachen. Da SFP aber „nur“ Dritter der Landesliga-Meisterschaft wurde, war man vom Verzicht eines besser platzierten Teams abhängig, das war Meister Kapfenberg II, das erwartungsgemäß kein zweites Bundesligateam stellen wollte. Also fuhr die Landesliga-Truppe mit Tobias Scherer, Helmut Schwarz, Herbert Sidak und Ersatzmann Heimo Zenz nach Linz, wo sie bei besagtem Aufstiegsturnier den fünften Platz unter sechs Mannschaften belegte. Reicht das? Viele sagten „Ja“, doch eine fixe Zusage gab es nicht.

Tage vergingen, guter Rat war teuer. Auf der einen Seite meldeten sich fast täglich interessierte Topspieler beim SFP-Sportdirektor zwecks Verhandlungen, andererseits kann man aber schlecht einen gestandenen – und auch nicht ganz billigen – Bundesligaspieler verpflichten, wenn man dann plötzlich doch nur Landesliga spielen darf. Die Zeit verging, die Gerüchte, dass es reichen würde, verdichteten sich, doch es dauerte bis zum 15. Juni (Bundesliga-Nennschluss), bis halbwegs Klarheit herrschte. Zwar konnte man danach zusammenzählen, wie viele Teams zusammengekommen waren, eine offizielle Bestätigung der Bundesliga per Mail oder Telefon, dass SFP fix oben spielen würde, gab es aber auch da noch nicht. Dennoch ging SFP-Sportdirektor Raimund Heigl mit zwei Spielern in konkrete Verhandlungen, einer kam zum Probetraining und überzeugte alle anwesenden SFP-Spieler sofort. Eine Woche später waren sich die beiden Seiten einig, Gregor Zafostnik unterschrieb bei Feldkirchen. Es sollte noch ein weiteres Monat dauern, bis am 15. Juli endlich die Freigabe erteilt wurde. Der 35-Jährige, ehemalige slowenische Nationalspieler hat die schwierige Aufgabe, unser Team zu führen. Tobias Scherer und Alexander Nöst, der von Ligist zu uns wechselte, haben zwar beide schon in der Bundesliga gespielt, aber nicht wirklich viel gewonnen. Durch die Nähe zu Slowenien sollten unsere Spieler auch öfter die Gelegenheit haben, mit Grega, so sein Spitzname, gemeinsam zu trainieren.

Am 18.Juli war es schließlich so weit, der österreichische Tischtennisverband veröffentlichte die Auslosung für die zweite Bundesliga. Und siehe da, SFP war mit dabei! Gelost in die Gruppe B, mit zwei weiteren steirischen Vereinen, nämlich Leoben und Zeltweg.

Was ist im ersten von hoffentlich vielen Bundesliga-Jahren zu erwarten? Schöne Spiele auf einem Niveau, das es in der Feldkirchner Halle noch nie gegeben hat. Hoffentlich eine kleine Tischtennis-Euphorie, die sich auf den ganzen Verein und vielleicht ja sogar ein bisschen auf die Gemeinde ausdehnt. Und am Ende soll herauskommen, dass wir uns aus eigener, sportlicher Kraft in der Liga halten und nicht wieder warten müssen, bis die Transferzeit längst läuft und sich vielleicht irgendwann herauskristallisiert, ob wir „oben“ bleiben dürfen. Bis dahin braucht es viel Kraft und Ausdauer für die Spieler und die Funktionäre, denn so ein Projekt fordert natürlich auch deutlich mehr Aufwand.

Zeitgleich mit der Auslosung zur Bundesliga ereilte uns eine weitere Erfolgsmeldung: SFP2 darf schon in diesem Jahr in der Landesliga spielen. Wie konnte das passieren, immerhin belegte die Truppe um Kapitän Robert Temmer nur Rang 5 in der abgelaufenen Oberliga-Spielzeit? Fürstenfeld und Ligist2 verzichteten auf die Teilnahme an der Landesliga, die vor SFP gereihten Teams Breitenau und Zeltweg2 verzichteten ihrerseits auf den möglichen Aufstieg. Daher durften wir nachrücken. Zumal in der verstärkten Aufstellung mit den zwei ehemaligen Landesligaspielern Heli Schwarz und Herbert Sidak ohnehin der Titel das erklärte Ziel in der Oberliga war, verzichten wir natürlich gerne auf dieses Jahr und spielen gleich wieder Landesliga. „Sicherheitshalber“ hatten wir uns ja schon die Dienste eines starken Jugendlichen gesichert, Martin Kothgasser wird also früher als erwartet zu seinem Landesligadebüt kommen.

Mit SFP1, SFP2, SFP7 und SFP8 sind heuer damit vier der acht SFP-Teams aufgestiegen, obwohl keines der vier Teams Meister geworden ist. Das hat es wohl auch noch nie gegeben.