SFP1 | 2. Bundesliga | 1. Runde 2016/2017

Gregor Zafoštnik Tobias Scherer Alexander Nöst


Spielverlauf

Seit eineinhalb Jahren ist die Spielgemeinschaft Feldkirchen-Puch jetzt in der zweiten Bundesliga vertreten, aber dieser Samstag Nachmittag war definitiv das Beste, was wir an Tischtennis-Action bisher in der Mühlweg-Arena vor 40 Zuschauern erleben durften! Hochspannung vom Anfang bis zum Ende, geniale Punktgewinne und höchstes Niveau auf beiden Seiten, man hat nicht unbedingt sehen können, dass hier der Zweitplatzierte (Wiener Neustadt) gegen einen Rookie in der zweiten Bundesliga-Saison (Feldkirchen-Puch) spielt.

Gleich das erste Spiel sollte für Highlights sorgen, dabei war das von der Papierform her nicht zu erwarten, denn unsere Nummer drei, Alexander Nöst, und die Nummer eins der Gäste und der zweiten Bundesliga insgesamt, Zoltan Zoltan, trennten 27 Plätze in der Einzelrangliste. Aber es waren nur ganz wenige Punkte, die sie in diesem Match trennten. Alex begann furios, gewann den ersten Satz klar. Dann schlug die Nummer eins zurück, holte sich die nächsten beiden Durchgänge. Im vierten Satz legte Alex wieder zu, führte 7:5 und machte den Punkt zum 8:5 mit einem Vorhand-Topspin. Doch zur Überraschung aller, auch zu jener von Zoltan Zoltan, entschied Schiedsrichter Thomas Semanek auf Punkt für den Wiener Neustädter, weil Alex bei seinem Punktschlag angeblich den Tisch verrückt haben soll. Eine sehr harte Entscheidung, die Alex etwas aus dem Tritt brachte, denn es folgte ein Fehlservice. Er verlor den Satz und das Match knapp. „Den fünften Satz hätte ich mir gern angeschaut“, sagte SFP-Sportchef Raimund Heigl nach der Partie in Anlehnung an den österreichischen Top-Tennisspieler Jürgen Melzer nach ähnlichen Spielverläufen. Parallel dazu fand unsere Nummer eins, Grega Zafostnik nicht gut ins Spiel und musste sich Michael Buganyi mit 1:3 in den Sätzen geschlagen geben. Auch hier waren alle Sätze auf des Messers Schneide, für SFP dennoch ein herber Rückschlag.

Was danach folgte, kann mit „Spannung pur“ nur unzureichend beschrieben werden. Vier Matches in Folge, die allesamt in den entscheidenden fünften Satz gingen! Tobias Scherer erwischte keinen guten Start gegen Chen Rui und lag gleich mit 0:2 in den Sätzen zurück. Doch im Gegensatz zu früheren Matches ließ er sich nicht beirren, vertraute auf seine Stärken und kam immer besser ins Spiel. Angepeitscht von den SFP-Fans drehte er die Partie und konnte sich schließlich tatsächlich mit 3:2 in den Sätzen durchsetzen. Auf dem anderen Tisch zeigte sich Grega wieder von seiner Sahne-Seite und bezwang die Nummer eins der Liga, Zoltan Zoltan, mit 3:2. Er lag zunächst 2:0 voran, musste dann zwei Satzverluste hinnehmen, ehe er sich im fünften Durchgang ganz knapp durchsetzen konnte. Diese beiden Matches warne ganz eng, mit etwas Pech hätte es 0:4 stehen können, so stand es 2:2!

Doch die Nerven der Spieler und Zuschauer waren noch lange nicht genug strapaziert. Der in Topform agierende Tobias Scherer nahm es mit Michael Buganyi auf und Alex Nöst stand Chen Rui gegenüber. Auch diese beiden Matches sollten in den Entscheidungssatz gehen, wobei es die Zuschauer angesichts der Top-Punkte kaum noch auf den Sitzen hielt! Tobias spielte eines der besten Matches seiner Laufbahn und forderte den Ranglisten-Fünften bis auf Letzte. Leider für SFP war der Endstand im 5. Satz 9:11 aus unserer Sicht, dennoch war es ein Wahnsinns-Match. Alex konnte seine Partie gegen Chen aber zu seinen Gunsten entscheiden, mit feinen, weichen Topspins, die dem Austro-Chinesen nicht behagten.

Zwischenstand: 3:3 – nach zwei Stunden Spielzeit! Die meisten Matches sind nach 1:15 bis 1:30 Stunden vorbei, doch diesmal gab es noch einen Nachschlag. Tobias war zwar gegen Zoltan Zoltan in der Nähe eines Satzgewinnes, angesichts seiner vorigen, kraftraubenden Partien fehlte aber das letzte Quäntchen. Grega hatte wie schon im Hinspie leinige Mühe mit Chen Rui, setzte sich dann aber doch mit 3:1 in den Sätzen durch. Spielstand: 4:4! Alex konnte gegen Buganyi an seine Leistung der vorigen Matches anschließen, doch in jedem Satz fehlten am Ende die entscheidenden Punkte. Also musste das Doppel darüber entscheiden, ob wir gegen den Tabellen-Zweiten einen Punkt holen sollten. Grega und Tobi traten gegen Zoltan und Chen Rui an. Auch in diesem Match waren alle Sätze knapp, doch das bessere Ende sollten jeweils die Favoriten aus Niederösterreich haben.

Mit 4:6 mussten wir uns am Ende also geschlagen geben – nach 3:04 Stunden Spielzeit! Alle Anwesenden waren sich einig, dass es sich um ein absolutes Topspiel der Liga gehandelt hat, auch die Gäste aus Wiener Neustadt. „Auch wenn wir knapp verloren haben, aber heute könne wir echt zufrieden sein mit unserer Leistung, Okay, Grega hat gegen Buganyi nicht sein bestes Niveau gespielt, aber dafür hat er Zoltan geschlagen, das schafft ja auch nicht jeder. Und ich habe gegen Buganyi im fünften Satz 9:11 verloren. Da kann man auch gewinnen, aber insgesamt überwiegt die Freude über die gute Leistung gegen die Nummer fünf der Liga. Und Alex ist mit seinen Partien heute gegen Zoltan und gegen Chen in der Liga angekommen nach seiner Verletzung. Ich freue mich schon auf unsere nächsten Partien“, bilanzierte Kapitän Tobias Scherer, noch immer hin- und hergerissen zwischen Topleistungen und der knappen Niederlage,

Nach den anderen Ergebnissen des Spieltags steht fest, dass die Wiener Neustädter mit diesem Sieg die Führung in der Liga übernommen haben, weil Wels 2 – ersatzgeschwächt – gegen Flötzersteig mit 1:6 verlor. SFP bleibt Sechster und hofft am Sonntag gegen das neue Schlusslicht Kapfenberg (3:6 in Leoben!) auf einen vollen Erfolg.


Einzelergebnisse

Alexander Nöst – Zoltan Zoltan 1:3
Gregor Zafostnik – Mihajlo Buganyi 1:3
Tobias Scherer – Rui Chen 3:2
Gregor Zafostnik – Zoltan Zoltan 3:2
Tobias Scherer – Mihajlo Buganyi 2:3
Alexander Nöst – Rui Chen 3:2
Tobias Scherer – Zoltan Zoltan 0:3
Gregor Zafostnik – Rui Chen 3:1
Alexander Nöst – Mihajlo Buganyi 0:3
Gregor Zafostnik/Tobias Scherer – Zoltan Zoltan/Rui Chen 0:3

Übersicht

  • Gregor Zafoštnik 2:1 + Doppel
  • Tobias Scherer 1:2 + Doppel
  • Alexander Nöst 1:2

Fotogalerie