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Bei den steirischen Meisterschaften der allgemeinen Klasse zeigten sich die SFP-Spieler wieder von ihrer besten Seite: Tobias Scherer gewann mit Lisa Storer zum vierten Mal den Mixed-Titel, Martin Brandstätter wurde zum ersten Mal steirischer Juniorenmeister und Alexander Nöst verteidigte seinen Erfolg im Herren-Einzel-B erfolgreich. Dazu gab es vier Mal Bronze durch Scherer im Hauptbewerb, Brandstätter und Kevin Klemm im Herren B und Raimund Heigl im Herren C.

Die Erfolge aus dem Vorjahr waren eine hohe Latte, doch die insgesamt acht angetretenen Spieler der SPG Feldkirchen-Puch konnten bei den steirischen Meisterschaften der allgemeinen Klasse in Kapfenberg wieder enorme Erfolge erzielen. Angeführt wurde das Team wieder einmal von unserem Aushängeschild Tobias Scherer: Wie schon drei Mal zuvor in der allgemeinen Klasse und mehrere Male im Nachwuchs gewann Tobi mit seiner Standardpartnerin Lisa Storer (Übelbach) das Mixed-Doppel! Der heurige Titel ist aber wohl der bisher wertvollste, denn einerseits spielte die nunmehr achtmalige steirische Einzelmeisterin Nicole Galitschitsch (Bruck) nach zwei Jahren Pause wieder mit und hatte mit Christoph Pichler (KSV) auch einen Bundesligaspieler an ihrer Seite. Und außerdem spielten auch die beiden Kapfenberger A-Liga-Spieler Christoph Simoner (mit Julia Pfeifenberger/KSV/Don Bosco) und David Vorcnik (mit Verena Prosen/KSV/Zeltweg) mit zwar etwas schwächeren Damen mit, aber sie sind aufgrund ihrer Ausnahmeklasse natürlich trotzdem schwer zu biegen. Das mussten auch Galitschitsch/Pichler zur Kenntnis nehmen, die sich im Halbfinale Pfeifenberger/Simoner geschlagen geben mussten. Scherer/Storer machten es besser, sie bezwangen Prosen/Vorcnik in vier Sätzen. Im Finale gab es sehr spannende Sätze, die auch stark von den Aufstellungen abhängig waren. Letztendlich setzten sich Tobi und Lisa, die jetzt schon seit elf Jahren zusammenspielen, aber in vier Sätzen durch und holten ihren vierten gemeinsamen Mixed-Titel in der allgemeinen Klasse, den dritten in Folge. Eine starke Leistung im Mixed lieferten auch Martina Meißl und Partner Martin Köberl (SV Leoben) ab: Das Duo spielte sich ins Viertelfinale, wo zwar gegen Pfeifenberger/Simoner Endstation war, aber die Sätze alle extrem knapp waren. Für Martina war es nach ihrer schweren Verletzung (Kreuzband und Meniskus im Knie gerissen) der erste Auftritt nach dem Comeback und sie konnte nur wenige Wochen trainieren. Respekt für diese Leistung!

Lisa Storer und Tobias Scherer holten zum vierten Mal den steirischen Meistertitel im MIxed-Doppel

Auch im Hauptbewerb Herren-Einzel A zeigte Tobias, dass er längst zu den besten steirischen Tischtennisspielern zählt. Zunächst fertigte er im Achtelfinale David Ye, Spieler der zweiten Bundesliga-Mannschaft von Kapfenberg, glatt in drei Sätzen ab. Im Viertelfinale gab es dann das wohl attraktivste Spiel dieser gesamten steirischen Meisterschaften zu sehen, Tobias Scherer gegen Abwehr-Ass Hannes Zenz (ebenfalls KSV). Der Routinier zeigte noch einmal, warum er so viele Jahre in der Bundesliga die besten Spieler Österreichs gequält hatte und brachte wirklich extrem viel zurück, auch die schärfsten und verschnittenen Topspins. Es ging in den Entscheidungssatz, wo Tobi dann rasch davonzog und Hannes dem Alter und seinem aufwändigen Spiel ein wenig Tribut zollen musste. Im Halbfinale spielte Tobias dann gegen den zwar an Nummer zwei gesetzten, aber an diesem Tag besten Spieler in der Halle, David Vorcnik, weil der topgesetzte Christoph Simoner in der Früh erkrankt absagen musste. Tobias hielt so gut mit wie noch nie gegen einen Spieler der ersten Bundesliga, gewann sogar Satz zwei, musste sich dann aber im vierten Satz deutlich geschlagen geben. Dennoch wurde er wie im Vorjahr Dritter. Das Finale war eine überraschend einseitige Angelegenheit, David hatte gegen seinen Klubkollegen Patrick Peitler viel weniger Mühe als erwartet. Erwähnenswert ist im Hauptbewerb aus SFP-Sicht auch die Leistung von Martin Brandstätter, der im Achtelfinale Didi Pichler bezwang und erst im Viertelfinale an Vorcnik scheiterte.

Martin Brandstätter bezwang im Hauptbewerb Didi Pichler (r.) und holte den Juniorenmeistertitel

Martin hatte tags zuvor bereits im Juniorenbewerb (U21) für Furore gesorgt und sich den Titel geholt. Im Halbfinale bezwang er den aufstrebenden Kapfenbergspieler Steven Schloffer und im Endspiel seinen Langzeitrivalen Simon Grünsteidl mit 16:14 im fünften Satz. Grünsteidl hatte im Halbfinale den topgesetzten David Ye bezwungen. Nachdem im Vorjahr noch Tobias Scherer diesen Titel geholt hatte, blieb SFP bei den ältesten Nachwuchsspielern also auch heuer wieder siegreich!

Nicht so gut lief es für das SFP-Topduo Scherer/Nöst heuer im Doppel: Die Titelverteidiger schieden bereits im Viertelfinale überraschend gegen die Ligist-Paarung Simon Diethard/Simon Knabl aus. Diese hatten zuvor auch schon Weißenbacher/Schloffer bezwungen. Der Sieg ging am Samstag ungefährdet an das Topduo Simoner/Vorcnik.

Weitere SFP-Erfolge gab es in den Herren-Nebenbewerben. Im Bewerb B zeigte Sportchef Raimund Heigl mit einem Überraschungssieg gegen Simon Grünsteidl auf, ehe er im Viertelfinale seinem Klubkollegen Kevin Klemm unterlag. Dieser verlor wiederum im Halbfinale in einem weiteren SFP-internen Duell gegen Alexander Nöst. Und auch Martin Brandstätter spielte sich in das Halbfinale, wo er gegen Hannes Zenz chancenlos war. Ganz im Gegensatz zu Alex Nöst im Finale, der seinen langjährigen Vereinskollegen (Alex ist ja durch die KSV-Nachwuchsschmiede gegangen), klar 3:0 bezwang! Nach einer kleinen Krise in der Bundesliga wiegt die Titelverteidigung im B-Bewerb für Alex umso schwerer, er ist wieder da!

Alexander Nöst gewann wie im Vorjahr den Bewerb Herren B

Im Herren-C-Bewerb kämpfte sich Raimund Heigl mit Siegen über Florian Eschbach und Stefan Hufnagl, den er auch schon am Samstag in der A-Vorrunde bezwungen hatte, in das Halbfinale. Dort verlor nach 2:0-Satzführung unglücklich mit 9:11 im fünften Satz gegen den starken Don-Bosco-Nachwuchsspieler Manuel Matlschweiger. Den Sieg holte sich mit Christian Kolbeck abermals ein Kapfenberg-Spieler.

Im Damen-Hauptbewerb war das Finale vorher programmiert, Lisa Storer und Nici Galitschitsch hatten da keine Probleme dorthin zu kommen. Im Endspiel setzte sich Galitschitsch mit 3:1 in den Sätzen durch und feierte mit erst 24 Jahren bereits ihren achten Titel in der allgemeinen Klasse, obwohl sie die beiden vergangenen Jahre ausgelassen hatte. Insgesamt gewann Galitschitsch in ihrer gesamten Karriere damit bereits – inklusive aller Erfolge im Nachwuchs – sage und schreibe (Achtung: festhalten!!!) 98 steirische Meistertitel. Wenn sie im nächsten Jahr, so wie heuer, wieder zwei Titel holt, würde sie also mit 25 Jahren 100fache steirische Meisterin sein – ein Rekord für die Ewigkeit! Es ist wohl müßig zu erwähnen, dass das Duo Galitschitsch/Storer den Doppeltitel gewann. Stark präsentierte sich für SFP auch unsere Rollstuhl-Staatsmeisterin Heike Koller, vor allem das Mixed mit Kevin Klemm (mit den besonderen Regeln für Rollstuhlfahrer und Gehende – sie müssen nicht abwechselnd spielen) gegen Galitschitsch/Pichler war trotz der Niederlage herzerfrischend. Philip Hiden stieg mit einem Sieg über Florian Eschbach bei einer Niederlage gegen Simon Knabl in den Hauptraster des A-Bewerbs auf, wo er Martin Köberl unterlag. Auf die Bewerbe B und C am Sonntag Vormittag verzichtete er aus partytechnischen Gründen…

Kevin Klemm und Heike Koller im Mixeddoppel der steirischen Meisterschaften

Das Fazit der Landesmeisterschaften aus SFP-Sicht zieht Sportchef Raimund Heigl: „Für uns waren es wieder extrem erfolgreiche Titelkämpfe und es ist schön zu sehen, dass unsere junge Garde mit Scherer, Brandstätter, Klemm und Nöst voll mit dabei ist. Das war ja nicht immer so, genauer gesagt bis vor ein paar Jahren eigentlich noch nie so. Wir sollten diese Erfolge mit Dankbarkeit und Demut hinnehmen und nicht davon ausgehen, dass es immer so läuft. Wobei vor allem bei Tobi und Martin der Zenit sicher noch nicht erreicht ist.“

Und auch zur steirischen Meisterschaft an sich hat der SFP-Sportchef so seine Gedanken: „Die steirischen Spitzenspieler haben wieder herausragende Leistungen geboten, leider haben sie sich diese nur gegenseitig und ein paar schwächeren Spielern, so wie mir, gezeigt. All jene Spieler, die diese Leistungen so richtig würdigen könnten, und damit für eine große Kulisse bei den Endspielen sorgen könnten, die Spieler aus den unteren Ligen, waren nicht da. Die schon seit Jahren geführte Diskussion über attraktivere Nebenbewerbe, eingeteilt nach RC-Punkten wurde auch heuer wieder nicht umgesetzt. Aber auch zahlreiche Landesligaspieler, die durchaus gute Chancen auf Podestplätze in mehreren Bewerben gehabt hätten, haben gefehlt. Während bei den Damen das Nennungsergebnis mit 18 viel besser war als noch vor ein paar Jahren (Minuspunkt waren einmal 7), sind die Zahlen bei den Herren alarmierend. 31 Herren haben heuer an den steirischen Meisterschaften teilgenommen, von mehr als 700 in der Mannschaftsmeisterschaft aktiven Spielern. Die Verbandsspitze klagt dann gerne über die mangelnde Moral der Vereine und Spieler, an den Angeboten teilzunehmen. Ich frage mich aber: Wäre es nicht Aufgabe des Verbandes auf seine mehr als 50 Vereine zuzugehen und sie zu fragen: Was würde euch zu einer Teilnahme bewegen? Immerhin ist der Vorstand ja die gewählte Vertretung der Vereine, auch wenn es manchmal den Anschein hat, dass sich hier Herrscher und Fußvolk gegenüberstehen. Aber wie auch immer: Die Stimmung in der Halle und zwischen den Spielern untereinander war gut und daher möchte ich lieber ein versöhnliches Fazit ziehen, als ein verbittertes“, sagt SFP-Sportchef Raimund Heigl nach zahlreichen Gesprächen zu diesem Thema an diesem Wochenende.