SFP (seit 2001)

SFP - Eine Notlösung wird zur Erfolgsgeschichte

Am 30. Dezember 2000 musste der ASV Puch Graz aus seiner Heimstätte in der Puchstraße ausziehen, weil die Halle von der Werksleitung von Magna-Steyr wenig später abgerissen wurde. Alle Spiele der Frühjahrssaison 2001 wurden auswärts bestritten. Im Juli 2001 einigten sich Obmann Helmut Greger vom (damaligen) TTC ASKÖ Feldkirchen und Raimund Heigl vom ASV Puch (er führte für Sektionsleiter Rudolf Finster bereits seit einigen Jahren die Amtsgeschäfte) auf eine Spielgemeinschaft. (Kleines Detail: Ursprünglich sollte sie SPG Puch-Feldkirchen heißen, was der Verband aber nicht zuließ, weil das Kürzel SPF im Meisterschaftsbetrieb für spielfrei verwendet wurde. Daher hieß die Spielgemeinschaft von Anfang an SFP).

In der ersten Saison nahm man mit vier Herren-Mannschaften an der Meisterschaft teil. Die erste Mannschaft in der Landesliga, die zweite in der Unterliga (diese beiden kamen von Puch), zwei weitere Teams spielten in der Gebietsliga (kamen von Feldkirchen). Die Spieler in den einzelnen Mannschaften wurden schon in der ersten Saison bewusst durcheinander gemischt, damit die Zusammenführung der beiden Vereine schneller vor sich gehen würde. Dies gelang eindrucksvoll. Die erste Mannschaft belegte in der Landesliga in der Saison 01/02 in der Besetzung Jonas Dahl, Robert Temmer, Gertraud Heigl und Stefan Huber den sensationellen fünften Platz. In der nächsten Spielzeit 02/03 ersetzte Raimund Heigl seine Schwester, die ihre Karriere vorübergehend beendete. SFP1 belegte den siebenten Platz. Danach musste man die Mannschaft aus der Landesliga zurückziehen und in der Unterliga weiter spielen, weil SFP nach dem Karriere-Ende von Stefan Huber über keinen einzigen Nachwuchsspieler mehr verfügte.

Raimund Heigl entschloss sich daraufhin, in Feldkirchen ein regelmäßiges Jugendtraining auf die Beine zu stellen, um der noch so jungen Spielgemeinschaft eine Zukunft zu geben. Nach und nach folgten immer mehr Kinder und Jugendliche dem Ruf. Durch den Wechsel von Reinhard Ribic und Stefan Faschauner von UTTV zu Feldkirchen war eine Grundlage vorhanden. In der Saison 2004/05 spielten die beiden in der Jugend-Süd-Meisterschaft. Peter Zach ergänzte später diese Mannschaft. Rund um Tobias Scherer und Philipp Hribar wurde auch ein Unterstufenteam aufgebaut.

In der Herren-Meisterschaft belegte SFP1 in der Unterliga 2003/04 den zweiten Platz. SFP2, das zwischenzeitlich abgestiegen war, wurde Meister in der Gebietsliga Südwest, SFP3 Meister in der Gebietsliga Graz. Dadurch spielten in der Saison 04/05 drei Mannschaften von SFP in der Unterliga. Die Zielsetzung war klar: Aufstieg in die Landesliga mit der ersten Mannschaft. In der Besetzung Heimo Zenz, der von Allround Graz gekommen war, Raimund Heigl und Walter Schwarz wurde dieses Ziel als Meister der Unterliga Süd geschafft, die beiden anderen Mannschaften wurden Vierter und Fünfter. SFP4 mit Thomas Kunz, Peter Waiker und Reinhard Ribic wurde in diesem Jahr Meister der 1. Klasse Südwest. Im Laufe der Jahre wurden aus Hobbyspielern Meisterschaftsspieler, dazu kamen Comebacks von Alfred und Gerald Pinkl sowie Thomas Kunz. Dadurch wurde die Anzahl der Mannschaften auf sieben erhöht, womit SFP hinter Ligist/Don Bosco die Nummer zwei der Steiermark war.

Für die Landesliga wurde Helmut Schwarz nach 20 Jahren Wanderschaft durch die Steiermark zu SFP zurückgeholt. Heimo Zenz, Raimund Heigl und Nachwuchsspieler Reinhard Ribic belegten 06/07 den großartigen vierten Platz. Lange Zeit war man sogar auf Rang zwei gelegen. 2007/08 ersetzte Stefan Faschauner Reinhard Ribic als Nachwuchsspieler. Nach Verletzungsproblemen zu Saisonbeginn und einigen Formschwächen wurde in dieser Saison unter 13 Teams der achte Rang erzielt. SFP3 mit Markus Fischer, Gerald Pinkl, Willi Zach, Gerald Trost und Gertraud Heigl errang sensationell den zweiten Platz in der Unterliga Süd und hätte sogar aufsteigen dürfen. Wegen des damals noch vorgeschriebenen und ungeliebten Sonntag-Termins der Landesliga wurde darauf allerdings verzichtet. In der Saison 2008/09 kehrte Puch-Eigenbauspieler Wolfgang Kovacec nach zehn Jahren in Vorarlberg in seine Heimat zurück und bildete mit Robert Temmer, Alfred Pinkl und Thomas Kunz ein schlagkräftiges Team SFP2.

In den Saisonen 2009/10, 2010/11 ging SFP1 in der Besetzung Helmut Schwarz, Heimo Zenz, Markus Fischer und Tobias Scherer an den Start. Es wurden die Plätze sechs und acht errungen. SFP2 mit Robert Temmer, Raimund Heigl und Gerald Pinkl schaffte 2010/11 die perfekte Saison in der Unterliga Süd – 20 Siege in 20 Spielen! Damit stieg man in die neu geschaffene Oberliga auf. Da sich Ligist/Don Bosco mittlerweile aufgelöst hatte, war SFP zu diesem Zeitpunkt mit sieben Mannschaften in der Herren-Meisterschaft, fünf im Nachwuchs und 41 Spielern in der steirischen Rangliste zum quantitativ größten Tischtennisverein der Steiermark geworden.

In der Saison 2011/12 wurde Markus Fischer durch Kevin Klemm ersetzt. Durch den immer stärker werdenden Jugendlichen Tobias Scherer, der am Ende dieser Saison als noch 15-Jähriger zur Nummer eins des Vereins aufstieg, konnte erstmals seit Gründung der Spielgemeinschaft der Herbstmeistertitel in der Landesliga gewonnen werden (beim ASV Puch hatte es den bisher letzten Landesliga-Meistertitel 1986/87 gegeben). Am Ende reichte es „nur“ zum Vizemeistertitel, da sich Titelkonkurrent Judendorf/Eisbach im Frühjahr noch verstärkt hatte. Tobias Scherer verließ nach acht erfolgreichen Jahren (drei österreichische und 13 steirische Meistertitel) den Verein in Richtung Don Bosco Graz, wo er die Möglichkeit erhielt, in der zweiten Bundesliga zu spielen. In dieser Saison wurde auch die zweite Mannschaft von SFP mit Robert Temmer, Raimund Heigl und Gerald Pinkl Vizemeister in der Oberliga (ebenfalls nach Herbstmeistertitel). Der Aufsteiger aus der Unterliga hatte saisonübergreifend die fast historische Serie von 32 Siegen in Serie hingelegt. Auf den möglichen Aufstieg in die Landesliga wurde angesichts des Umbruchs im Nachwuchsbereich verzichtet.

Im Nachwuchs hat sich SFP seit 2005 prächtig und rasant entwickelt. 15 bis 25 Kinder frequentierten in dieser Zeit regelmäßig das Training, die meisten sind auch schon in der Meisterschaft sehr erfolgreich. Als bisheriger Höhepunkt war SFP im Spieljahr 2009/10 mit zehn Spielern in der steirischen Nachwuchs-Superliga vertreten: Tobias Scherer, Christoph Neger, Florian Zwickler, Sven Opresnik, Mario D’Alonzo, Matthias Likawetz, Fabian Likawetz, Lukas Lendl, Julian Stefanetti und Stefan Vodica. 2011/12 war SFP als einziger steirischer Verein mit drei männlichen Spielern (Scherer, Lendl, Stefanetti) in der österreichischen Nachwuchs-Superliga vertreten. Lediglich Mauthausen und SVS NÖ hatten zu diesem Zeitpunkt mehr Spieler in die Ö-NSL gebracht. Durch diese Erfolge wurde SFP offiziell als „Leistungszentrum“ vom steirischen Tischtennisverband anerkannt. Gertraud Heigl leitet seit damals die Leistungskader-Einheit. Die Anzahl an Jugendlichen konnte leider nicht gehalten werden, aber 2012 kamen wieder zahlreiche neue Spieler dazu.

Aushängeschild im Nachwuchs war bis 2012 Tobias Scherer, der mit der steirischen Mannschaft drei Mal österreichischer Meister wurde (Unterstufe, Schüler und Jugend)! In der Steiermark holte er von 2008 bis 2012 13 Meistertitel und fast unzählige weitere Podestplätze. Seit Sommer 2008 stand er ohne Unterbrechung im jeweiligen österreichischen Nachwuchskader. Lukas Lendl, Julian Stefanetti, Sven Opresnik und Matthias Likawetz standen über verschieden lange Zeiträume in steirischen Kadern. SFP gewann zwei Mal den steirischen Mannschaftsmeistertitel durch Scherer/Stefanetti (Unterstufe 2009 und Schüler 2011).

Bei den steirischen Meisterschaften der allgemeinen Klasse gewannen Helmut Schwarz und Gertraud Heigl 2007 das Mixed-Doppel, im Jahr darauf gelang die Silbermedaille. 2006 war Schwarz mit Heimo Zenz sensationell Zweiter im Doppel geworden. Raimund Heigl komplettierte mit Siegen im Bewerb Herren D 2005 und Herren C 2008 die SFP-Erfolge. 2011 gewann Helmut Schwarz den Seniorenbewerb der steirischen Meisterschaften. Und 2012 war es wieder so weit, das Duo Gertraud Heigl/Helmut Schwarz wiederholte sensationell den Coup von 2007 und gewann das Mixed-Doppel. Im Halbfinale gelang ein Sieg über Nicole Galitschitsch und Jan-Peter Schanbacher. Gertraud wurde außerdem Dritte im Einzel und im Damen-Doppel mit der erstmals angetretenen Martina Meißl und Helmut Schwarz holte noch Bronze bei den Senioren.

Im Spieljahr 2012/13 wurde die Landesligamannschaft auf zwei Positionen umgebaut. Julian Stefanetti ersetzte den abgewanderten Tobias Scherer als Nachwuchsspieler, Herbert Sidak kam von Straß, um Kevin Klemm zu ersetzen, dessen berufliche Zukunft ungewiss war. Der angestrebte Klassenerhalt wurde locker erreicht.

In der Saison 2013/14 gab es einen neuerlichen Wechsel in der Landesliga-Mannschaft auf der Nachwuchs-Position. Julian Stefanetti beendete vorübergehend seine Laufbahn, weil er dem Wettkampfdruck nicht mehr gewachsen war. Durch eine glückliche Fügung gelang es in letzter Sekunde, Julian Lechner von der Spielgemeinschaft Judendorf-Eisbach leihweise zu verpflichten. Dies war in diesem Jahr dem Reglement entsprechend erstmals möglich. Die Mannschaft war gegenüber dem Jahr davor deutlich erfolgreicher, am Ende wurde Rang sechs erreicht. SFP4 (Gebietsliga) und SFP6 (1. Klasse) schafften mit jeweils dritten Rängen die besten Platzierungen dieser Saison.

Im Nachwuchs gab es einen kompletten Umbruch, daher wurden die meisten Nachwuchs-Meisterschaften gar nicht besetzt. Im Dezember 2013 war Matthias Likawetz der letzte und einzige Vertreter der so erfolgreichen Generation in der steirischen Nachwuchs-Superliga, er stieg sogar in die Gruppe drei auf. Im Jänner 2014 machte sich die neue Generation des SFP-Nachwuchses erstmals bemerkbar, denn mit Jonas Grafeneder (eigentlich nur wegen des Racketlons zum Tischtennis gekommen), Christoph Reichhardt und Marco Sever qualifizierten sich gleich 3 Talente für die NSL. Sever stieg tags darauf sogar in die Gruppe zehn auf, die er beim nächsten Durchgang sensationell gewinnen konnte! Auch Christoph Reichhardt feierte beim letzten Saison-Durchgang einen ungefährdeten Gruppensieg.

In der Saison 2014/15 sollte der bisherige Höhepunkt gelingen. Sportdirektor Raimund Heigl gelang es nach vielen, intensiven Gesprächen, Tobias Scherer von Don Bosco Graz zurückzuholen (Julian Lechner übersiedelt zum Studium nach Wien). Die Mannschaft mit Scherer, Helmut Schwarz und Herbert Sidak belegte in der Landesliga Rang drei. Da Meister Kapfenberg II auf die Teilnahme am Aufstiegsturnier verzichtete, durfte Feldkirchen-Puch neben Zeltweg mitspielen. Es gelang der fünfte Platz, der wegen der Aufstockung der zweiten Bundesliga auf 24 Vereine (in zwei Zwölfer-Gruppen) zum Aufstieg reichte. Auch die zweite Mannschaft rückte als Fünfter der Oberliga nach einigen Rückzügen in höheren Klassen in die Landesliga nach, die Teams SFP7 (in die Gebietsliga Südwest) und das neu gegründete SFP8 (in die 1. Klasse Graz) schafften aus eigener Kraft den Aufstieg. Erstmals schaffte man die magische Grenze und brachte 50 Spieler in die steirische Rangliste. Im Nachwuchs machte eine neue Generation ihre ersten, erfreulichen Schritte: Thomas Novak, Maximilian Schauer und Gloria Hofer gewannen bei der steirischen Meisterschaft der U11 und U13, die erstmals von SFP veranstaltet wurden, vier Medaillen (einmal Silber durch Gloria, dreimal Bronze).

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